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Pier Stockholm
(Curriculum Vitae)

„Architektur der Macht: meine Arbeit spielt mit der Bedeutung von Architektur und meinem Interesse für Projekte, die eine über das Projekt hinausreichende Utopie oder Ideologie verkörpern, wie beispielsweise die Pavillons der Weltausstellungen des frühen 20. Jahrhunderts. Moderne Architektur und ihre Prinzipien liegen im Zentrum meiner Arbeit. Sie sind Sinnbild für die Macht, die in grundlegendem Design liegt, und damit unser Leben und unsere Lebensweise beeinflusst. Das Konzept des „white elephant“ wird in meiner Arbeit ständig realisiert:

Der englische Ausdruck „white elephant“ bezeichnet einen an sich wertvollen aber unverkäuflichen Besitz, dessen Erhalt den Eigentümer unverhältnismäßig viel Geld kostet. Der Ausdruck leitet sich von den heiligen weißen Elefanten ab, die in Südostasien an den Höfen der Herrscher von Burma, Thailand, Laos und Kambodscha gehalten wurden. Da die Tiere als heilig galten und nicht arbeiten durften, war es halb Segen halb Fluch, vom Monarchen einen weißen Elefanten geschenkt zu bekommen: ein Segen, weil das Tier heilig war und es Ausdruck für das Wohlwollen des Herrschers war, und ein Fluch, weil das Tier unter großen Kosten erhalten werden musste aber keinerlei praktischen Nutzen besaß. 

In der Architektur wird der Ausdruck „white elephant“ häufig verwendet (er wird allerdings nicht nur auf Bauten sondern auch auf Objekte wie etwa das Überschallflugzeug Concorde angewendet). Viele dieser sogenannten White Elephant –Gebäude enden als Kunstmuseen oder Kulturzentren und dienen damit einem völlig anderen ideologischen Zweck als ursprünglich geplant.

In diesem Rahmen führe ich meine künstlerischen Experimente durch. Meine Konstruktion von Utopien, modernen Idealismen, modernem Design und moderner Architektur ist Ausdruck meines täglichen Lebens – manchmal erlebe ich perfekte Harmonie. Ironischerweise entsteht jedoch auf der Suche nach diesen idealistischen Zielen auch Frustration, Fruchtlosigkeit und Sarkasmus. Die Gegenüberstellung dieser beiden Emotionspole ist ein Katalysator meiner Arbeit.“